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Bisher

Bereits seit 2013 zeichnet sich ab, dass die Fensterfabrikation G. Baumgartner AG modernisiert und erweitert werden muss, um für die künftigen
Herausforderungen gewappnet zu sein. Mit dem Projekt «Gottfried Baumgartner» möchte das Unternehmen zukunftsfähig bleiben und die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen, um den Standort Hagendorn zu stärken und gewerblich-industrielle Arbeitsplätze zu erhalten.

Am 5. Juni 2014 wurde dem Gemeinderat Cham beantragt, einer Variante zur Betriebserweiterung zuzustimmen. Die eidgenössiche Natur- und Heimatschutzkommission
(ENHK) beurteilte in einem Gutachten vom 6. Okt. 2014 das Projekt als "schwere Beeinträchtigung" in die Landschaft. Aufgrund dieses Einwandes der ENHK wurde ein neues Projekt mit verdichteter Bauweise (siehe auch NZZ, "vertikale Fabrik" zu V-ZUG/Komax: Link) und ohne westliche Erweiterung erarbeitet, was zu einer positiven Beurteilung durch die ENHK führte: Sie sprach von einer "leichten zusätzlichen Beeinträchtigung", verlangte aber eine Reihe von Zusatzmassnahmen und Anpassungen. So mussten die Siedlungsbegrenzungslinien von den Grenzen des Areals zurückgenommen werden sowie die ökologische Aufwertung des Grünbereichs im Bebauungsplan festgeschrieben und zwingend umgesetzt werden. Zudem musste die ökologische Aufwertung eines Teilbereichs (5'660 m2) nördlich der Frauentalstrasse ebenfalls im Bebauungsplan festgeschrieben werden. Schliesslich musste die bestehende Fabrikhalle und die geplante Erweiterung der Halle auf eine maximale Höhe von 405.3 m ü. M beschränkt werden.

Aufgrund dieser Vorgaben wurde das Projekt überarbeitet, und an zwei Abenden, am 4. und 5. Mai 2018, wurden die Anwohner informiert. Unternehmensleiter Stefan Baumgartner, Josef Huwiler von Huwiler & Partner, der das Projekt beratend unterstützt, sowie Christoph Steiger von Graber & Steiger Architekten, erläuterten die Erneuerungspläne ausführlich und nahmen Stellung zu Fragen und Anregungen der Nachbarn. Zudem wurde angekündigt, dass nach Abschluss aller Vorarbeiten und Abklärungen die Gemeinde Cham eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema durchführen wird.

Der Bebauungsplan-Entwurf wurde im Herbst 2018 den Kommissionen und dem Gemeinderat zur Begutachtung und Stellungnahme eingereicht. Die Gemeinde informierte die Öffentlichkeit von Amtes wegen über das Planungsgeschäft und nahm unter anderem an einer Informationsveranstaltung am 29. Januar 2019 Stimmen aus der Bevölkerung.

Am 6. Mai 2019 beriet die gemeindliche Planungs- und Verkehrskommission den überarbeiteten Projektstand, würdigte die neuesten Anpassungen und empfahl dem
Gemeinderat, das Projekt in die kantonale Vorprüfung zu verabschieden. Dieser Empfehlung ist der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 21. Mai 2019 gefolgt. Zeitgleich verabschiedete er den Mitwirkungsbericht und die schriftlichen Stellungnahmen zuhanden der Personen und Gruppen, die Anfang Jahr eine Eingabe im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung verfasst hatten. 

Aufgrund der Mitwirkung der Öffentlichkeit am Bebauungsplan und Richtprojekt konnten wesentliche Verbesserungen realisiert werden. Unter anderem wird der Werksverkehr nicht mehr via Frauentalstrasse, sondern neu auf dem Grundstück der Fensterfabrik, abgetrennt durch einen Grünstreifen, parallel zur Frauentalstrasse geführt.

Zwischen dem 21. Mai und dem 18. September 2019 nahm die Baudirektion des Kantons Zug eine Vorprüfung vor. Es folgt nun eine Überarbeitung und die Korrektur hauptsächlich formaler Mängel. Damit die Fruchtfolgefläche nördlich der Frauentalerstrasse nicht beeinträchtigt wird, soll der Fussweg auf die andere Seite der Strasse gelegt und neben der Hecke geführt werden. Wir sind zuversichtlich, so eine weitere Verbesserung des Projekts erreicht zu haben. 

Die erste öffentliche Auflage zur Anpassung des Bebauungsplans wurde während 30 Tagen nach den Sportferien im Februar/März 2020 vorgenommen. Um der Bevölkerung das Richtprojekt und die beabsichtigten Änderungen aus erster Hand aufzuzeigen, ist am Montag 2. März 2020 zudem eine Infoveranstaltung durch die Gemeinde Cham erfolgt (Meidenmitteilung: Link).

Nach mehrheitlich erfolgreicher Einigungsverhandlung über die Einwendungen wurde im Gemeinderat im August 2020 die Schlusslesung zur Abstimmungsvorlage durchgeführt. Bezüglich Schatten konnten wir eine Nachbarsfamilie leider nicht zufrieden stellen. Bezüglich Verkehr konnten wir aufgrund der 20km/h-Tempobegrenzung für LKW und einem Einbahnverkehr Richtung Frauental mit 1.5m breitem Velo- und Fussgängerstreifen zwei Parteien glücklicherweise überzeugen, das Menschenmögliche gemacht zu haben. Die Einfahrt direkt aufs Unternehmensgelände anstatt über die Frauentalstrasse wurde auch begrüsst. Siehe zu diesem und anderen Tehmen "häufige Fragen": Link.

Die Chamer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben am 29. November 2020 70% 2 x Ja gestimmt (im Wesentlichen Abzonung von Wohnen in Arbeit, Rücknahme der Baulinie, Aufhebung eines Bauverbots, ökologische Aufwertungsmassnahmen). Während 7 Jahren Planungszeit konnten wir Schritt für Schritt das Projekt weiterentwickeln. Dabei hat geholfen, dass wir nicht nur Kritik sondern auch Anerkennung und Lob erleben durften und gemeinsam laufend kleine Verbesserungen erreichten. Wir haben auch Verständnis dafür, dass sich nicht alle Nachbarinnen und Nachbarn mit den Plänen anfreunden konnten. Wir ziehen den Hut vor einer engagierten Abstimmungskampagne. Es wurde hart, aber fair gekämpft.

Nach einer zweiten öffentlichen Auflage tritt der Bebauungsplan im März 2021 in Kraft, und es kann eine Baueingabe für das Innovationsprojekt „Gottfried Baumgartner“ erarbeitet werden. 

Nächste Schritte

Im Zeitraum Sommer 2021 bis 2024 wird dann in zwei Etappen der Bau erstellt und bis Ende 2025 zum 200-jährigen Jubiläum in Betrieb genommen. Dies unter der Voraussetzung, dass die weiteren administrativen Hürden erfolgreich genommen werden. Es gilt nun die Versprechen der Abstimmung umzusetzen, damit alle zufrieden sind:

  • Arbeitsplätze sichern
  • Ökologische Aufwertung
  • Innovation ermöglichen
  • Rücksichtsvolles Mobilitätskonzept

Es ist noch ein langer Weg.

Planung   Häufige Fragen

 

Dach-Wiese mit Pfeiffengras ... und Photovoltaik-Anlage

(aktueller Stand) - seit Mitte September 2020 haben wir auf den Oblichter über 1000m Photovoltaik-Panels in Betrieb, was uns erlaubt, ca. 20% der elektrischen Energie selber zu erzeugen. Zukünftig möchte wir bis zu 80% Selbstversorgung erreichen. Aufgrund der Holzabfälle sind wir bezüglich Wärme-Energie selbstversorgend.